Eine ERP-Einführung ist eine der größten unternehmerischen Entscheidungen, die ein mittelständisches Unternehmen treffen kann. Sie betrifft alle Abteilungen, alle Prozesse, alle Mitarbeiter. Und sie kostet – Zeit, Geld und Energie.
Die gute Nachricht: Viele der typischen Probleme lassen sich vermeiden, wenn die Vorbereitungsarbeit stimmt. Diese Checkliste gibt Ihnen eine erste Einschätzung, wie gut Ihr Unternehmen aufgestellt ist.
1. Prozesse: Kennen Sie Ihre Ist-Situation?
Bevor eine neue Software eingeführt wird, müssen die bestehenden Prozesse klar dokumentiert sein. Nicht ideal – sondern so, wie sie wirklich gelebt werden. Wenn Ihre Prozesse heute chaotisch sind, macht eine neue Software sie nicht automatisch besser.
✅ Gut aufgestellt: Kernprozesse sind dokumentiert, Verantwortlichkeiten klar.
⚠️ Nachbesserungsbedarf: Viele Prozesse laufen informell oder variieren je nach Mitarbeiter.
2. Anforderungen: Wissen Sie, was das System leisten muss?
Eine klare, priorisierte Anforderungsliste ist die Grundlage für jede seriöse Softwareauswahl. Ohne sie können Sie nicht beurteilen, ob ein Anbieter Ihre Bedürfnisse wirklich erfüllt.
✅ Gut aufgestellt: Anforderungen aus allen relevanten Abteilungen liegen schriftlich vor.
⚠️ Nachbesserungsbedarf: Anforderungen sind nur im Kopf der Beteiligten oder unvollständig.
3. Ressourcen: Haben Sie die nötige Kapazität?
ERP-Einführungen brauchen interne Ressourcen – Schlüsselpersonen aus IT, Buchhaltung, Vertrieb, Lager. Diese Personen müssen für das Projekt verfügbar sein, nicht nur "nebenbei".
✅ Gut aufgestellt: Key-User sind identifiziert und können ausreichend Zeit einbringen.
⚠️ Nachbesserungsbedarf: Alle relevanten Personen sind zu 100 % im Tagesgeschäft eingespannt.
4. Führung: Ist die Projektleitung geklärt?
Wer übernimmt die Verantwortung für das Projekt? Diese Person muss Entscheidungen treffen können, Konflikte lösen und als Ansprechpartner für alle Beteiligten zur Verfügung stehen.
✅ Gut aufgestellt: Ein erfahrener Projektleiter ist benannt und verfügbar.
⚠️ Nachbesserungsbedarf: Projektleitung soll intern "mitgemacht" werden oder ist noch nicht definiert.
5. Change Management: Ist das Team vorbereitet?
Wie reagieren Ihre Mitarbeiter auf Veränderungen? Gibt es Abteilungen oder Führungskräfte, die Widerstand leisten werden? Ist geplant, wie Schulung, Kommunikation und Einbindung des Teams organisiert werden?
✅ Gut aufgestellt: Change Management ist fester Bestandteil des Projektplans.
⚠️ Nachbesserungsbedarf: Change Management ist kein explizites Thema im Projekt.
6. Budget: Sind die Gesamtkosten realistisch kalkuliert?
Viele ERP-Budgets decken nur die Lizenz- und Implementierungskosten. Die eigentlichen Kosten umfassen auch interne Arbeitsstunden, Schulungen, Datenmigration, Schnittstellen zu bestehenden Systemen und einen Puffer für Unvorhergesehenes.
✅ Gut aufgestellt: Budget beinhaltet alle Kostenblöcke inklusive Puffer von mindestens 20 %.
⚠️ Nachbesserungsbedarf: Budget basiert nur auf den Angeboten der Softwareanbieter.
7. Anbieterauswahl: Ist der Prozess strukturiert?
Haben Sie mehrere Anbieter evaluiert? Gibt es eine klare Entscheidungsmatrix? Ist jemand in Ihrem Team oder extern unabhängig genug, um die Angebote kritisch zu beurteilen?
✅ Gut aufgestellt: Strukturierter Auswahlprozess mit mindestens drei Anbietern und klaren Kriterien.
⚠️ Nachbesserungsbedarf: Ein Anbieter wurde durch Empfehlung favorisiert ohne formalen Vergleich.
Was bedeutet Ihre Einschätzung?
Wenn Sie bei mehreren Punkten "Nachbesserungsbedarf" angekreuzt haben: Das ist keine schlechte Nachricht – es ist der richtige Zeitpunkt für einen ERP-Readiness-Check. Probleme, die jetzt erkannt werden, kosten einen Bruchteil dessen, was sie mitten im Projekt kosten würden.
Wenn Sie bei den meisten Punkten gut aufgestellt sind: Umso besser. Ein Readiness-Check kann das bestätigen – und blinde Flecken aufdecken, die im Alltag schwer zu sehen sind.
|
→ Mein ERP-Readiness-Check analysiert Ihre Situation strukturiert und liefert Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen – bevor der erste Vertrag unterschrieben ist. Für Tiroler Unternehmen ist die Beratung zu 80 % durch WKO und Land Tirol förderbar. Kostenloses Erstgespräch: www.direct-digital.at/kontakt | +43 676 7083816 | info@direct-digital.at |
Hier schreiben …