Die meisten ERP-Projekte, die teurer und langsamer werden als geplant, haben eines gemeinsam: Die Warnsignale waren schon vor dem ersten Kick-off-Meeting sichtbar. Man hat sie nur nicht ernst genommen.
Als Interim-Projektleiter sehe ich diese Muster regelmäßig. Hier sind die fünf häufigsten Warnsignale – und was sie in der Praxis bedeuten.
Warnsignal 1: Kein dedizierter Projektleiter auf Unternehmensseite
"Das macht der IT-Leiter nebenbei." Dieser Satz ist einer der teuersten Sätze, die ein Unternehmen vor einer ERP-Einführung sagen kann. ERP-Projekte brauchen eine Person, die vollständig dafür verantwortlich ist – mit ausreichend Zeit, Entscheidungsbefugnis und Rückendeckung der Geschäftsführung.
Fehlt diese Person, entstehen Verzögerungen bei jeder Entscheidung, Kommunikationslücken zwischen Fachbereichen und Softwareanbieter, und niemand, der Probleme frühzeitig eskaliert.
Warnsignal 2: Anforderungen sind nicht schriftlich dokumentiert
"Wir wissen, was wir brauchen." In der Theorie stimmt das. In der Praxis hat die Buchhaltung andere Anforderungen als der Vertrieb, der Lagerleiter andere als die Geschäftsführung – und all das taucht erst dann auf, wenn das System bereits konfiguriert ist.
Ohne klare, priorisierte und schriftlich festgehaltene Anforderungen vor Projektbeginn werden Sie im Projektverlauf ständig nachsteuern. Jede Änderung kostet Zeit und Geld.
Warnsignal 3: Der Zeitplan wurde vom Anbieter vorgegeben
Wenn der Softwareanbieter Ihnen einen Projektplan vorlegt und Sie diesen unverändert übernehmen, fehlt etwas Entscheidendes: Ihre eigene Realität. Ihre Ressourcen, Ihre Engpässe, Ihre saisonalen Hochzeiten, Ihre Urlaubs- und Abwesenheitsplanung.
Ein realistischer Zeitplan entsteht im Dialog zwischen Anbieter und Unternehmen – unter Berücksichtigung beider Seiten. Fehlt dieser Dialog, ist der Zeitplan ein Wunschdenken, kein Arbeitsplan.
Warnsignal 4: Change Management ist kein Thema
Technologie ist selten das Problem bei ERP-Einführungen. Menschen sind es. Wenn niemand im Projekt aktiv daran arbeitet, wie Mitarbeiter die neue Software annehmen, welche Ängste es gibt, welche Schulungen notwendig sind und wie Widerstand früh erkannt wird – dann liegt die Einführung auf Eis, sobald das System live geht.
Ich habe Projekte erlebt, bei denen das System technisch einwandfrei funktionierte und trotzdem sechs Monate nach Go-live noch mit den alten Excel-Tabellen gearbeitet wurde. Change Management ist kein "nice to have" – es ist der Unterschied zwischen Projekterfolg und Projekttrophäe.
Warnsignal 5: Der Anbieter wird nicht hinterfragt
Vertrauen in den Softwareanbieter ist wichtig. Unkritisches Vertrauen ist gefährlich. Wenn in Ihrem Projekt niemand die Aussagen des Anbieters prüft, keine alternativen Lösungswege bewertet, keine unabhängige Einschätzung zu Aufwand und Risiko einholt – dann hat der Anbieter möglicherweise mehr Kontrolle über Ihr Projekt als Sie.
Als unabhängiger Interim-Projektleiter habe ich keinen Vertrag mit Ihrem Softwareanbieter. Mein einziger Anreiz ist Ihr Projekterfolg.
Was tun, wenn Sie Warnsignale erkennen?
Der beste Zeitpunkt für eine Standortbestimmung ist vor dem Projektstart. Mein ERP-Readiness-Check analysiert Ihre Ausgangssituation strukturiert – und gibt Ihnen konkrete Maßnahmen, bevor die ersten Verträge unterschrieben sind.
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